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In der Steppe – Draußen zuhause

– Kapitel 14 –

 

Staub wirbelt dir entgegen, als du die Türe deines Autos öffnest. Staub, den du mit deinem eigenen Auto aufgewirbelt hast, als du die Auffahrt zu dieser Farm eingeschlagen hast. Der Motor und der Auspuff knacken noch vor Hitze. Während du dein geliebtes Fahrzeug umrundest, trifft dich auf einmal der Wind mit seiner vollen Stärke. Nichts stellt sich ihm in den Weg, denn du bist auf dem Weg Richtung Namibia in eine hügelige Steppe gelangt. Gräser und Büsche stehen vereinzelt in der Gegend, nicht viel höher als deine Knie. Ein wenig Kraut hält den Boden zusammen, sodass er sich nicht bei jedem Windstoß löst und sein Glück woanders versucht. Das kleine Tor steht halboffen. Vor der Tür des Farmhauses rufst du schon einmal vorsichtshalber hinein, denn die Tür ist mit einem Netz bespannt, das vor Kleingetier und dem Wind helfen soll, du aber nicht hindurch sehen kannst. „Hello! Anyone here?“ „Yaaa“ ruft es zurück, im typischen afrikaansdialekt. Eine Frau antwortet dir von drinnen, aber zeigt sich noch nicht. Du weißt, dass sie jetzt hinter dem Gitter steht, denn ihre Schritte haben sie verraten. Du stellst dich schonmal vor, das ist nie verkehrt. Eine kleine Frau in Jeans und Pullover öffnet die Tür. Sie trägt eine Mütze, das aus einem Tuch gebunden scheint. Darunter funkelt ein wenig von ihrem kurzen blonden Haar hervor. Du schätzt sie auf Anfang 40.
Nachdem du ihr klar gemacht hast, dass du nur ein Platz für dein Auto und dich für die Nacht brauchst, führt sie dich hinters Haus, vorbei an nicht sehr geräumig aussehenden Käfigen mit Wachhunden drinnen. Dort kannst du stehen, sagt sie freundlich, und zeigt auf einen kleines umzäuntes Gehege, das ungefähr 100 Meter vom Haus weg ist. Ihre Einladung, doch im Haus zu schlafen, lehnst du freundlich ab. Wofür hast du sonst ein Dachzelt, und alles dabei. Bei dieser Aussicht willst du auf keinen Fall drinnen schlafen.

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Es wird schneller dunkel als du gedacht hast, und so wird im Dunkeln gekocht. Als du den Benzinkocher ausschaltest merkst du das erste Mal was hier offensichtlich ist. Es ist still. Komplett still. Die Vögel sind in ihren Nestern, der Farmer im Bett und der Wind ist erstorben. Es ist zugleich beruhigend und ein wenig beängstigend. Nach einer Weile entscheidest du, dass es doch eher Ersteres ist, denn nach den Wochen nahe den Townships, wo immer Musik, Sirenengeheule oder Schüsse zu hören waren, ist es doch eine wirklich willkommene Abwechslung. Du hast dich doch außerhalb des Geheges gestellt, da der Boden darin zu schräg zum Schlafen im Dachzelt ist.

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Am nächsten Morgen wachst du vom ersten Glimmen des Horizonts auf. Halb acht sagt die Uhr. Die Vögel singen wieder ihr Liedchen. Sehen kannst du keinen Einzelnen. Zu gut getarnt sind sie auf dem Boden und den Büschen. Der Nachbar hat einen Motor laufen. Wahrscheinlich einen Generator, den Stromkabel hat er keine. Richtung Süden strahlt dich blauer Himmel an, während der Norden ziemlich dunkel aussieht. Still stehst du minutenlang um zu bestimmen von wo der Wind kommt in den höheren Luftschichten und wohin die Wolken ziehen.

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Knapp an dir Vorbei lautet das Fazit, aber da du auf Nummer sicher gehen willst, und absolut keine Lust ein nasses Dachzelt einzupacken, geschweige denn, dieses im Regen zu tun, fängst du damit an.
Zum Glück zieht es tatsächlich an dir vorüber, während du deine Frühstück aus gekochten Eiern, Brot und Avocados zubereitest. Das Wasser der gekochten Eier wird aufbewahrt für das Spülen der Töpfe und Tassen von gestern. Wasser ist rar hier und in späteren Regionen, also kann man sich solche Tricks schonmal angewöhnen. Während des Frühstücks planst du mit deinem Handy und einer App die Route für heute. Es sind noch etwas über 200 km nach Namibia. In ein paar Tagen läuft dein Visum für Südafrika ab und du möchtest auf jeden Fall vorher über die Grenze sein. Gestern hast du in 3 ½ Stunden 250 Kilometer geschafft, also sollte es kein Problem sein, rechtzeitig in Namibia zu sein.

Das Auto springt willig an.
Du machst noch einen Rundgang um das Auto ob alles fest verzurrt ist.
Der Wagen rollt langsam durch die Steppe zurück auf die Piste.
Die Wachhunde schauen dir sehnsüchtig hinterher.

 

 

—–

Namibia ist nicht weit! Ich freue mich sehr auf die Wüste, denn wie vielleicht der ein oder andere weiß, hege ich eine Faszination für die Wüste. Ich bin sehr gespannt auf den nächsten Monat, denn ich werde einen Mitfahrer haben! Das erste Mal das mich jemand besuchen kommt! Andreas heißt der Gute, und wird 3 Wochen mit mir Namibia erkunden. Wenn das nicht aufregend ist! Dann muss ich mir aber auch im Umkehrschluss den wenigen Platz im Auto und im Dachzelt mit ihm teilen. Das wird kuschelig! Ich bin aber trotzdem sicher, dass wir das schaukeln werden. Und hoffentlich nicht zu oft stecken bleiben. Da fällt mir ein, ich muss noch einen neuen Spaten besorgen! Der alte ist seit der letzten Buddelaktion verschütt gegangen. Nun ja. Dann mach ich mich mal auf den Weg Richtung Namibia!

Bis denne
Dein
Tobias

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