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Was mir wirklich am Herzen liegt

– Kapitel 11 –

 

 

Ein Grund meiner Reise ist es, andere Menschen zu verstehen. Wie leben sie, wovon leben sie, was sind ihre Probleme, woran denken sie, was beschäftigt sie, warum tun sie etwas so wie sie es tun? Ich habe immer versucht andere Blickwinkel zu finden. In Diskussionen nicht immer hilfreich um den eigenen Standpunkt zu vertreten, wenn man versucht die andere Seite zu verstehen. Oder vielleicht doch?
Bei meinen bisherigen Reisen habe ich es selbst oft erlebt und auch von vielen, vielen anderen Reisenden gehört: Locals, also Menschen, die leben wo man gerade hingereist ist, sagen gern: „Das eigene Land, oder das eigene Gebiet ist ja sehr sicher, man muss vielleicht auf dies oder das achten. Aaaaaber, in dem nächsten Land? Da willst du hin? Ohman! Die sind so und so. Ganz schlimm! Da ist sehr gefährlich.“
Interessanterweise wird im betreffenden Land genauso über das wieder nächste Land geredet.
Wie kann man sich solche Meinungen bilden, wenn man die andere Seite gar nicht versteht? Vielleicht noch nie mit ihnen gesprochen hat, und nur Geschichten von anderen Landsleuten kennt? Wie kann man sagen (Beispielhaft:) Ich wähle immer nur die CDU, weil die anderen Parteien würden ja nur Blödsinn machen, obwohl man das Wahlprogramm der anderen Parteien nicht kennt? Warum gibt es immer noch solche Stereotypen wie den Spaghetti und Pizza essenden Italiener oder klauenden Polen und Rumänen, dem ernsten Briten, den armen Griechen, dem Nazi Deutschen. Ja. Es gibt auch einen Haufen Vorurteile gegen Deutsche. Wir würden nur Trachten tragen, wären kaltherzig und hätten keinen Humor, wären immer noch Nazis. Kein Witz. Schau mal in YouTube und such nach „Things to do not in germany“. Ist schon ein wenig erschreckend!
Solche Vorurteile loszuwerden, zu hinterfragen ist schwierig. Während meiner Vorbereitungszeit für die aktuelle Reise durch Afrika wurde ich von meinem Bruder gefragt: „Warum genau Afrika, warum diese Route?“ Er konnte sich überhaupt nicht vorstellen was dort zu finden sei. Und ich ehrlich gesagt auch nicht. „Ich weiß es nicht, aber ich werde es raus finden!“ sagte ich wahrheitsgemäß, denn es war tatsächlich mit ein Grund warum ich mich für Afrika entschieden habe. Ich wusste einfach das Wenigste darüber!
Meine Reise wird und ist schon ein Abenteuer. Nicht, weil ich nicht zurück kommen würde, sondern weil ich mich einfach treiben lasse und nicht möglichst schnell alle interessanten Punkte auf der Karte abarbeite. Ich suche nach dem, was keiner gesehen hat. #exploretheunknown – Entdecke das Unbekannte. Ich werde einfach Menschen fragen was sie beschäftigt. Wo ihre schönsten Plätze sind. Wovon sie träumen. Das ist meine Aufgabe als Storyteller und Filmmaker. Und vielleicht bekommen wir zusammen ein ganz anderes Bild auf die Welt.
Das folgende Video ist leider nicht von mir, aber sehr intensiv. Ich hatte schon länger eine ähnliche Idee. Schau es dir einfach in einer ruhigen Minute an. Es zeigt deutlich, dass wir nicht unbedingt von dem Ort abstammen, von dem wir es vielleicht vermuten. Und dazu wie ich finde in einer grandiosen Art, dass Fremdenhass eine absolut idiotische Sache ist.


In diesem Sinne. #oneworld #onenation

Nun. Jetzt weißt du was mich beschäftigt, lass mich jetzt ein wenig erzählen was gerade so abgeht.

Mein Auto ist fast fertig, vom Umbau her gesehen, aber es kommen immer neue Kontakte zustande hier in Kapstadt, und deshalb verzögert es sich…. auf unbestimmte Zeit. Ich genieße das Leben hier sehr. Obwohl es Winter ist in Südafrika, sind die Sonnentage bis zu 21 Grad und lassen sich aushalten. Regentage halten sich in Grenzen und sind eher bewölkte Tage. Für Südafrikaner wohl gefühlte kalte Wintertage.

Die letzten Wochen habe ich auch viel mit Videoschnitt zugebracht. Auch wenn es lang dauert macht es mehr und mehr Spaß, weil ich immer schneller damit werde. Ein paar einfache Animationen zu kreieren ist sehr zeitaufwändig wenn man das Know-How noch nicht hat.

Hier auf dem Campingplatz ist noch ein anderer Deutscher. Seit 7 Jahren ist Lutz unterwegs und fährt wie es ihm beliebt durch die Gegend. Momentan schraubt er an seinem fast neuen Land Cruiser, bei dem er den Aufbau selbst kreiert, so wie ich. Allerdings vielleicht ne Nummer schicker als mein Kram. Trotzdem mag er meine kleine Knutschkugel. Er sagt immer, das reicht doch vollkommen. Auch wenn ein Zylinder seines Gefährts fast soviel Hubraum haben wie mein ganzer Motor.
Wir quatschen über vieles. Das Geschehen der Welt, Politik, Spiritualität, Religionen und Frauen natürlich.
Er ist gestern hier „ausgezogen“ und hat eine Loftwohnung ein paar Kilometer von hier.

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Am nächsten Morgen wachst du vom ersten Glimmen des Horizonts auf. Halb acht sagt die Uhr. Die Vögel singen wieder ihr Liedchen. Sehen kannst du keinen Einzelnen. Zu gut getarnt sind sie auf dem Boden und den Büschen. Der Nachbar hat einen Motor laufen. Wahrscheinlich einen Generator, den Stromkabel hat er keine. Richtung Süden strahlt dich blauer Himmel an, während der Norden ziemlich dunkel aussieht. Still stehst du minutenlang um zu bestimmen von wo der Wind kommt in den höheren Luftschichten und wohin die Wolken ziehen.

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khbadfu

Knapp an dir Vorbei lautet das Fazit, aber da du auf Nummer sicher gehen willst, und absolut keine Lust ein nasses Dachzelt einzupacken, geschweige denn, dieses im Regen zu tun, fängst du damit an.
Zum Glück zieht es tatsächlich an dir vorüber, während du deine Frühstück aus gekochten Eiern, Brot und Avocados zubereitest. Das Wasser der gekochten Eier wird aufbewahrt für das Spülen der Töpfe und Tassen von gestern. Wasser ist rar hier und in späteren Regionen, also kann man sich solche Tricks schonmal angewöhnen. Während des Frühstücks planst du mit deinem Handy und einer App die Route für heute. Es sind noch etwas über 200 km nach Namibia. In ein paar Tagen läuft dein Visum für Südafrika ab und du möchtest auf jeden Fall vorher über die Grenze sein. Gestern hast du in 3 ½ Stunden 250 Kilometer geschafft, also sollte es kein Problem sein, rechtzeitig in Namibia zu sein.

Das Auto springt willig an.
Du machst noch einen Rundgang um das Auto ob alles fest verzurrt ist.
Der Wagen rollt langsam durch die Steppe zurück auf die Piste.
Die Wachhunde schauen dir sehnsüchtig hinterher.

 

 

—–

Namibia ist nicht weit! Ich freue mich sehr auf die Wüste, denn wie vielleicht der ein oder andere weiß, hege ich eine Faszination für die Wüste. Ich bin sehr gespannt auf den nächsten Monat, denn ich werde einen Mitfahrer haben! Das erste Mal das mich jemand besuchen kommt! Andreas heißt der Gute, und wird 3 Wochen mit mir Namibia erkunden. Wenn das nicht aufregend ist! Dann muss ich mir aber auch im Umkehrschluss den wenigen Platz im Auto und im Dachzelt mit ihm teilen. Das wird kuschelig! Ich bin aber trotzdem sicher, dass wir das schaukeln werden. Und hoffentlich nicht zu oft stecken bleiben. Da fällt mir ein, ich muss noch einen neuen Spaten besorgen! Der alte ist seit der letzten Buddelaktion verschütt gegangen. Nun ja. Dann mach ich mich mal auf den Weg Richtung Namibia!

Bis denne
Dein
Tobias

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